
Die Methodik des Design Thinkings ist in beliebig vielen Fällen anwendbar. Sei es in der klassischen Produktentwicklung und -weiterentwicklung, in der Optimierung von Dienstleistungen oder gar in der Entstehung von Start-Ups und Geschäftsmodellen.
„Wissen wir welche Bedürfnisse und Interessen unsere Kunden haben? Überfordern wir den Kunden nicht mit den zahlreichen Funktionen unserer Produkte? Haben wir mit unserem Produkt alle Probleme des Kunden gelöst?“
Mit solchen Fragen beschäftigt man sich im Rahmen von Design Thinking. Die Antworten sind weniger trivial als Sie denken. Mittels dieser Methode schlagen Unternehmen oft richtungsweisende Strukturwechsel, beispielsweise in ihren Produktportfolien, ein.
Wir geben Ihnen ein Rundum-Einblick in die Methodik und zeigen, wann der Einsatz wirklich sinnvoll ist.
Im Zuge der Digitalisierung ist die Komplexität der Arbeitswelt gestiegen. Methodiken, wie Design Thinking, können den Arbeitsalltag erleichtern und bereichern.
Die Digitalisierung hat nicht nur zur Folge, dass ein Wandel in den eingesetzten Methodiken in Unternehmen erlebt wird. Darüber hinaus wird eine Verschiebung in den Kompetenzanforderungen von Mitarbeitern ersichtlich.
Heutzutage ist es umso erforderlicher, Kreativität aufzubringen, Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit zu stärken und ein Bewusstsein für globale Zusammenhänge zu schaffen.
Genau darauf bauen Modelle wie Design Thinking auf. Es hilft, diese Kompetenzen auf spielerische Art aufzubauen.
Wikipedia schreibt, dass Design Thinking „ein Ansatz ist, der zum Lösen von Problemen und zur Entwicklung neuer Ideen führen soll. Ziel ist dabei, Lösungen zu finden, die aus Anwendersicht überzeugend sind.“
Okay, es handelt sich also um einen Ansatz?
In der Praxis sieht das Ganze allerdings etwas anders aus: Design Thinking muss systematisiert ablaufen. Vorgeschriebene Techniken und ein fester Ablauf werden verwendet.
Seine Namensgebung verdankt Design Thinking - wer hätte es auch anders gedacht - der Arbeitsweise von Designer. Designer entwickeln ihre Ideen oft auf freier und chaotischer Weise, entscheiden intuitiv und durchlaufen einen leidensfähigen Kreativprozess, um das Endprodukt zu erschaffen.
Zugegeben wäre diese Ausführung in der kapitalisierten Arbeitswelt unvorstellbar. Und Design Thinking verläuft so auch nicht ab.
Schließlich wurde diese Methode von einem Stanford Professor und einem Informatiker gegründet.
Ob es nun ein Ansatz oder eine Methode ist, ist nicht relevant. Für das Verständnis ist wichtig, dass sich Design Thinking immer am Nutzer orientiert.
Ob in der Entwicklung von Produkten oder Dienstleistungen, in der Vermarktung oder im Service; Ziel ist es, die Bedürfnisse des Nutzers zu befriedigen.
Letztendlich bestimmt die Zufriedenheit des Endverbrauchers die Qualität der Produkte und Dienstleistungen. Stimmt nun die Qualität der Produkte und Dienstleistungen, so ist das Unternehmen schlichtweg erfolgreich.
Also: Man versucht, sich in die Denkweise des Kunden hineinzuversetzen, Bedürfnisse zu identifizieren, für welche wiederum Lösungen generiert werden müssen. Der Fokus liegt auf den Bedürfnissen und Anforderungen von Menschen (!) statt der ausschließlichen auf die Möglichkeiten neuer Technologien.
Ein Team aus verschiedenen Disziplinen eines Unternehmens tut sich zusammen, um im Unternehmen echte Innovation zu schaffen. Das ist der Grundgedanke von Design Thinking.
Dadurch, dass die Teilnehmer unterschiedliche Erfahrungen, Meinungen und Perspektiven auf eine konkrete Problem- oder Fragestellung zusammentragen, ist der Weg zu einer Innovation oftmals kürzer.
Der Prozess kann sich dabei über mehrere Wochen ziehen. Es ist aber auch vorstellbar, Workshops durchzuführen, welche in wenigen Tage zu brauchbaren Ergebnisse führen.
Der Prozess von Design Thiniking ist recht einfach: Probleme identifizieren, die bestmögliche Lösungen finden.
Logisch, oder?
Aus der Sicht des Kunden soll erforscht werden, vor welchen Problemstellungen dieser steht. Anschließend sollen Lösungen gefunden werden, damit die Welt des Kunden verbessert wird.
Das wird so lange wiederholt, bis es keine Probleme mehr gibt.

In der Regel besteht der Prozess aus den folgenden sechs Schritten.

Wichtig dabei ist, zu erwähnen, dass es sich um einen iterativen Prozess handelt.
Das heißt, er wird sich schrittweise in wiederholten Vorgängen der exakten Lösung angenähert (deshalb die Pfeile in der Grafik 😊).
Definition der Ausgangssituation und Gemeinsames Verständnis schaffen
Die Bedürfnisse der Kunden verstehen
Entwicklung eines konzeptionellen Rahmens
„Die Herausforderung in puncto Innovation besteht darin, das richtige Problem zu lösen.“
Ideen zum Leben erwecken
Testen des Prototyps und Sammlung von Feedback.
Nein, das ist es sicherlich nicht. Es ist lediglich eine andere Art der Problemlösung.
Die Problemlösungen müssen auch ohne der Design Thinking Methode beantwortet werden. Speziell die Entwicklung von Personas, Zielgruppenanalysen oder Marktforschungen sind im Alltag von Marketing Mitarbeitern.
Und die Vorgehensweise sollte im Marketing normalweise auch in dieser Reihenfolge ablaufen.
Diese Agilität findet man heutzutage z.B. in der Entwicklung von Softwareprojekten.
In der Vergangenheit hatte man zu Beginn des Projektes ein Lastenheft konzipiert, indem quasi das gesamte Vorgehen der Entwicklung niedergelegt wurde. Bis zum Release der Software benötigte der Entwickler zwei Jahre.
Dies würde heutzutage kaum noch funktionieren, weil gerade alles schnelllebiger wird. Innehralb von Wochen, gar Tagen, ändern sich die Gegebenheiten, auf welche zu reagieren sind.

Der wesentliche Faktor.
Zum einen ändern sich auch über die Zeit die Bedürfnisse des Kunden, zum anderen hat man aber in der Vergangenheit den Kunden in den Entwicklungsprozess kaum einbezogen.
Man hat nicht getestet, ob, das was man programmiert hat, überhaupt beim Kunden andockt.
Nachdem im Entwicklungsprozess der Kunden bereits zu Beginn befragt und integriert wurde, ist zu durch ständiges Ausprobieren und Testen zu versuchen, eine neue Grundlage, eine neue Datenbasis zu schaffen.
Durch die Erzeugung eines MVP (Minimal Viable Prototyp/ Product), also den minimal brauchbaren Prototyp, liegt der Fokus auf der Produktiteration.
Aus Fehlern wird dadurch frühzeitig und kostenschonend gelernt. Im Endeffekt gestaltet sich das Testen von Ideen preiswerter, schneller und einfacher als ein fester und starrer Entwicklungsprozess.
Ob nun diese Methode in der Praxis eine Wundermethodik ist oder nicht, darf jeder für sich entscheiden. Im Zuge der Digitalisierung bietet Design Thinking sicherlich eine geeignete Methode, um digitale Produkte, Services und Geschäftsmodelle zu entwickeln.
Speziell Design Thinking Workshops sind zu Beginn von Entwicklungsprozessen oder größeren Weiterentwicklungsstufen äußerst sinnvoll.
Wer schon selbst Teilnehmer eines Design Thinking Workshops war, weiß inwieweit neuartige und im Voraus kaum zu glaubender Innovation geschaffen werden können.
Sich aus dem Arbeitsalltag zu lösen, sich inständig in das Bewusstsein eines Kunden zu versetzen und im Team gemeinsam an einer Innovation zuarbeiten, führt zwangsweise zu hoher Kreativität.
Abschließen möchten wir mit einem Zitat von Victor Hugo, einem französischen Schriftsteller:
Nichts ist mächtiger als eine Idee zur richtigen Zeit.
Denken Sie an Design Thinking, wenn Sie das nächste Mal einer Innovation hinterhestreben.
Was denkst du?